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Bindungsangst in Beziehungen – Die Angst vor der Nähe

15.09.2017 Diana Boettcher

Was ist Bindungsangst? Für die meisten Menschen ist die Partnerschaft ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Doch fällt es einigen sehr schwer, sich zu öffnen und eine Beziehung mit anderen einzugehen. Statt Glücksgefühlen löst der Gedanke an eine dauerhafte Partnerschaft Ängste, Stress oder gar Panik aus. Diese Menschen leiden unter Bindungsangst. Der Begriff „Bindungsangst“ oder auch […]

Bindungsangst

Was ist Bindungsangst?

Für die meisten Menschen ist die Partnerschaft ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Doch fällt es einigen sehr schwer, sich zu öffnen und eine Beziehung mit anderen einzugehen. Statt Glücksgefühlen löst der Gedanke an eine dauerhafte Partnerschaft Ängste, Stress oder gar Panik aus. Diese Menschen leiden unter Bindungsangst.

Der Begriff „Bindungsangst“ oder auch „Liebesphobie“ bezeichnet eine nachhaltige Angst davor, eine langfristige, enge Beziehung zu einem anderen Menschen einzugehen. Bindungsphobikern fällt es sehr schwer, stabile Beziehungen zu anderen Personen aufzubauen. Obwohl Betroffene sich innerlich nichts sehnlicher wünschen, als zu lieben und geliebt zu werden, haben sie Probleme damit, emotionale und körperliche Nähe zuzulassen. Sie erleben sie sogar als Gefahr und Bedrohung. Anstatt nach anfänglicher Verliebtheit eine ernsthafte Beziehung anzustreben, ergreifen sie meistens die Flucht und gehen auf Distanz.

Bindungsangst kann aber auch in bestehenden festen Beziehungen herrschen. Bindungsphobiker suchen häufig gezielt nach Streit, weil ihnen die emotionale und körperliche Nähe zum Partner zu viel wird. Sie benötigen mehr Freiraum.

Dabei sind sich viele Betroffene ihrer Bindungsangst und deren Ursache gar nicht bewusst oder leugnen sie sogar.

Welche Ursachen hat Bindungsangst?

Bindungsangst Mann und Frau

Bindungsängste betreffen sowohl Männer als auch Frauen.

Was für andere Phobien wie zum Beispiel Höhenangst, Spinnen oder Klaustrophobie gilt, trifft auch auf die Bindungsangst zu: Ist die Angst erst einmal da, verschwindet sie nicht einfach von allein, sondern nimmt eher zu. Galt die Liebesphobie längere Zeit als Phänomen unter Männern, so wissen wir heute, dass auch viele Frauen Angst vor einer Bindung haben.

Die Ursachen einer Bindungsangst liegen in der Vergangenheit der Betroffenen. Negative Erfahrungen wie Enttäuschungen, Verletzungen und Traumata, die nicht richtig aufgearbeitet wurden, gipfeln in einer Liebesphobie. Dahinter kann eine sehr schmerzhafte Trennung aus der nahen Vergangenheit stecken, die das Vertrauen in einen Menschen erschüttert hat. Dann fällt es schwer, sich wieder fallen zu lassen. Die Angst davor, eine solche Situation wieder erleben zu müssen, ist so viel größer als die Sehnsucht nach Nähe und Liebe.

Die Kindheit ist prägend

Oftmals liegen die schlechten Erfahrungen viel weiter zurück, manchmal sogar soweit, dass bindungsängstliche Personen sich gar nicht bewusst daran erinnern können. In vielen Fällen entsteht eine Bindungsangst in der frühen Kindheit, oftmals in den ersten beiden Lebensjahren. Die Ursache ist häufig eine gestörte Beziehung zur Mutter, zum Vater oder zu beiden Elternteilen. Das können zum Beispiel

  • der unerfüllte Wunsch nach Geborgenheit und Nähe,
  • Zurückweisung oder Vernachlässigung durch die eigenen Eltern,
  • Konflikte zwischen den Eltern oder aber auch eine
  • überbehütete Kindheit sein.

Vor allem bei Männern liegt die Ursache der Bindungsangst häufig in einem gestörten Verhältnis zur Mutter. Ebenso kann der Verlust einer engen Bezugsperson im Kindesalter der Grund für eine spätere Bindungsangst sein. Die Themen „Bindung“ und „Beziehung“ sind durch die schlechten Erfahrungen mit negativen Gedanken verbunden.

Durch emotionale Distanz versuchen Betroffene, sich vor dem Verlassenwerden, erneuten Verletzungen und Enttäuschungen zu schützen. Die Angst vor Zurückweisung macht es schwer, eine enge Bindung zu einem anderen Menschen einzugehen.

Zweifel an der eigenen Persönlichkeit

Genauso können fehlendes Selbstbewusstsein und ein negatives Bild, das man von sich selbst hat, zu einer Bindungsstörung führen. Wer sich selbst nicht als liebenswert beachtet, mag es sich meist nicht vorstellen, dass das jemand anderes tut. Dies wird von ständigen Zweifeln an der Liebe des Partners begleitet. Geht es mehr um die Angst vor körperlicher als vor emotionaler Nähe, sind Missbrauchserfahrungen eine häufige Ursache. Solche Erlebnise führen in vielen Fällen dazu, das betroffene Personen große Schwierigkeiten mit Berührung, Sexualität und Vertrauen haben.

Die Symptome von Bindungsangst

Vielen Menschen ist ihre Bindungsangst gar nicht bewusst.

Viele Bindungsphobiker sind sich ihrer Bindungsangst gar nicht wirklich bewusst. Im Gegenteil: Häufig sehnen sie sich nach einer feste Beziehung und sprechen auch sehr viel und oft mit Freunden darüber. Dafür, dass es mit der glücklichen Partnerschaft nicht funktioniert, finden Betroffene meist diverse Erklärungen, zum Beispiel die, dass sie sich immer in die falschen Männer oder Frauen verlieben. Hierbei fällt es Frauen häufig leichter ihre Bindungsangst vor anderen und auch vor sich selbst zu verstecken. Diese Form der Beziehungsangst ist auch als passive Beziehungsangst bekannt.

Andere meiden feste Beziehungen, indem sie sich selbst und den Mitmenschen vormachen, gar keine Partnerschaft, sondern lieber ihre Freiheit genießen zu wollen. Sie stürzen sich in eine lockere Affäre, eine Fernbeziehung oder eine offene Beziehung. Durch das Gefühl der Distanz hält sich die die Angst in Grenzen. Hierbei spricht man auch von aktiver Bindungsangst.

In vielen Fällen leiden Männer eher unter aktiver Bindungsangst, während Frauen sich häufiger in der passiven Rolle finden.

Typische Anzeichen und Verhaltensweisen

Weitere Anzeichen, die unabhängig vom Geschlecht auftreten, sind folgenden 15:

  1. Die Angst vor dem Scheitern ist größer als der Wunsch nach einer Beziehung.
  2. Verpflichtungen und Verbindlichkeiten einer festen Beziehung verursachen Panik.
  3. Es herrscht ein sehr großes Sicherheitsbedürfnis.
  4. Bindungsphobiker stellen unrealistisch hohe Erwartungen an einen möglichen Partner.
  5. Bindungsängstliche Personen wechseln sehr häufig den Partner.
  6. Nach einer Trennung stürzen sie sich schnell in eine neue, eher oberflächliche Beziehung.
  7. Sie wählen häufig oder gar ausschließlich unerreichbare Partner wie zum Beispiel Personen, die bereits vergeben sind.
  8. Wenn es nach den ersten Verabredungen ernst wird, gehen sie auf Abstand und sind eine Zeit lang unerreichbar.
  9. In Beziehungen provozieren sie oft Streit, um Distanz zum Partner aufzubauen oder suchen nach Gründen für eine Trennung.
  10. Personen mit Bindungsangst ergreifen bei emotionaler Nähe reflexartig die Flucht oder reagieren kalt und distanziert.
  11. Themen wie Liebe, eine gemeinsame Zukunft, Hochzeit und Familienplanung werden gemieden.
  12. Bindungsphobiker möchten ihren Partner nicht Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis vorstellen.
  13. Eine gemeinsame Wohnung kommt für Bindungsängstliche nicht in Frage.
  14. Zärtlichkeiten wie Küsse, Umarmungen oder Händchen halten in der Öffentlichkeit sind ihnen sehr unangenehm und daher äußerst selten.
  15. Personen mit Bindungsangst sind eher unzuverlässig und sagen beispielsweise romantische Verabredungen zu Zweit oft kurzfristig ab.

Viele Bindungsphobiker leiden nicht nur unter psychischen sondern auch unter körperlichen Symptomen. Dabei können die Reaktionen des Körpers sehr stark ausfallen. Dazu gehören häufig Herzrasen, Schweißausbrüche, Gefühle von Beklemmung, Atemnot bis hin zu Panikattacken.

Bindungsangst kann diverse Symptome beinhalten, die bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt auftreten. Daher sollte eine Diagnose immer ein darauf spezialisierter Arzt stellen. Trotzdem kann sich natürlich jeder selbst beobachten und feststellen, inwiefern sein zwischenmenschliches Verhalten Probleme bereitet und ob Handlungsbedarf besteht.

Wie lässt sich Bindungsangst behandeln?

Um eine Beziehungsunfähigkeit behandeln und schlussendlich überwinden zu können, ist es wichtig, dass Betroffene zunächst einmal erkennen und auch anerkennen, dass sie unter einer Angststörung leiden. Ist dieser Schritt getan, ist eine Psychotherapie oder eine professionell Beratung sinnvoll, um gegen die Beziehungsangst vorzugehen. Auf diesem Wege können Betroffene die Ursache ihrer Angst herausfinden und dem Übel auf den Grund gehen. Denn das Aufarbeiten negativer Erfahrungen gelingt nur selten allein. Das ist aber eine essentielle Voraussetzung dafür, die Angststörung hinter sich zu lassen.

Der Partner kann helfen

Für Beziehungsängstliche, die in der Partnerschaft vor allem Angst davor haben, Fehler zu machen, ist die Erfahrung wichtig und heilsam, dass sie Fehler machen dürfen. Das Gefühl, genau so geliebt zu werden wie man ist, ist eine der Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Beziehung. Daher kann ein umsichtiger, verständnisvoller und geduldiger Partner viel dazu beitragen, die Bindungsangst zu reduzieren. Im besten Fall überlagern die positiven Gefühle aus der neuen Partnerschaft die schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit, sodass Betroffene eine feste Beziehung immer weniger mit negativen Gefühlen verknüpfen.

In den Fällen, in denen ein mangelndes Selbstbewusstsein hinter der Bindungsangst steckt, ist eine positive Selbstwahrnehmung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wer ein starkes Selbstbewusstsein entwickelt, ist in der Lage mit Ablehnung und Verlustangst besser umzugehen.

Liebe Frau Boettcher, wir möchten uns sehr herzlich bei Ihnen für die großartige Hilfe bedanken! Es war nicht leicht, zuweilen schmerzhaft, aber schlussendlich hilfreich und erleichternd... wenn man dann endlich wieder einmal klarsieht! Dass sich unsere Beziehung durch unsere zwei kleinen Kinder gewandelt hat, das hatten wir auch schon selbst festgestellt. Dass wir aber nicht nur etwas in unserer Partnerbeziehung "verloren" hatten, dem wir ausgiebig nachtrauerten, sondern vor allem hinzugewonnen hatten, das wäre uns wahrscheinlich nicht so schnell klargeworden... unsere Bilanz: durch die neue Perspektive auf die Partnerschaft und den neuen "Mut" im Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen des Partners, hat jeder von uns beiden und damit unsere Partnerschaft sehr viel gewonnen ? Wir bedanken uns vielmals für die professionelle und zugleich unkonventionelle Herangehensweise!
Andrea Isenmann
20:58 08 Aug 17
Liebe Frau Böttcher, Dank Ihrer Unterstützung haben wir von all der Wut, Enttäuschung und Verletztheit den Weg zu einem respektvollen und achtsamen Umgang miteinander gefunden . Ich bin Ihnen sehr, sehr dankbar und kann Sie und Ihre Arbeit wärmstens weiterempfehlen! Vor einigen Wochen standen mein Mann und ich vor der Trümmern unserer Ehe. Wir waren uns schon lange in nichts mehr einig – außer in der Meinung, dass es nichts gäbe, das unsere Ehe noch retten könne. So sind wir bei Frau Böttcher gelandet. Und wer hätte es gedacht: Bereits nach einem intensiven Gespräch sah die Welt ganz anders aus. Plötzlich waren all die Probleme, die wir für unüberwindbar hielten, eine Ansammlung von Nichtigkeiten und wir stellten fest, dass wir beide keine Scheidung wollen, sondern uns immer noch eine glückliche Ehe miteinander wünschen. Ja, der Weg war und ist nicht immer leicht, doch wir kämpfen weiter und ziehen wieder an einem Strang. Herzlichen Dank für die Unterstützung, Beratung und Begleitung auf unserem Weg, Frau Böttcher! Frau Böttcher hat uns Denkansätze und Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen wir den Teufelskreis aus Streit und Verletzung durchbrechen und aus festgefahrenen Situationen ausbrechen können. Ohne die Unterstützung von Frau Böttcher würde es uns als Paar heute nicht mehr geben. Dank ihrer Hilfe beim Perspektivenwechsel konnten wir aus den Fehlern aus der Vergangenheit lernen und tun es immer noch: Bei neuen Streitigkeiten oder größeren Entscheidungen holen wir weiterhin regelmäßig Frau Böttchers Rat ein. Fazit: Wir können Frau Böttchers Leistungen uneingeschränkt weiterempfehlen! Herzlichen Dank!
christa zeissig
12:18 14 Aug 17
Sehr einfühlsame und freundliche Art, gezielte und hilfreiche Fragen, dank denen man zum Kern der Probleme herangeführt wird und somit auch besser nach einer Lösung suchen kann. Sehr zu empfehlen!
Katarzyna Korman
10:29 19 Jun 17
Frau Boettcher hat mir in der Trennungsberatung mit einer äußerst professionellen und gleichzeitig einfühlsamen Herangehensweise neue Blickwinkel und Wege aufgezeigt. Mit ihrer Hilfe konnte ich gestärkt aus einer für mich sehr schwierigen Trennung hervorgehen. Dafür möchte ich mich nochmals bedanken und kann Frau Boettchers Leistungen ohne Zögern weiterempfehlen!
Houda Moussa
22:36 26 Jun 17
Durch ihre einfühlsame Art konnte uns Frau Böttcher neue Wege in der Kommunikation aufzeigen.Vielen Dank dafür.Uneingeschränkt zu Empfehlen.
Ela Tausis
19:36 12 Jul 17
Sehr geehrte Frau Boettcher, als ich vor 3 Monaten zu Ihnen kam, wollte ich mich von meiner Frau trennen und eigentlich nur eine Beratung, wie ich die Trennung am besten gestalten kann, damit wir im Guten auseinandergehen können. Bei unserem ersten Treffen haben sie mich gefragt, ob ich das wirklich will und das sie da eigentlich etwas ganz Anderes hören. Durch ihre einfühlsame Art, die richtigen Fragen und ihre hilfreichen Worte kamen Dinge ans Licht, an die ich schon seit Jahren nicht mehr geglaubt hatte. Es folgte ein steiniger Weg. Aber ich bin froh, genau diesen gegangen zu sein! Sie haben mir und später uns zu neuen Antworten und neuen Verhaltensweisen verholfen. Anstatt uns selbst und uns gegenseitig im Weg zu stehen, können wir nun wieder gemeinsam in eine Richtung sehen. Vielen, vielen Dank dafür!
Thorsten Frieske
17:21 03 Sep 17
Ursprünglich hatte ich Bedenken ob wir wirklich zu einer Paartherapeutin oder einem Paartherapeuten gehen sollten. Ich dachte, wir müssen uns doch nirgendwo auf die Couch legen, wir brauchen doch keine Therapie! Irgendwie fühlte sich für mich Paartherapie zu esoterisch an! Letztendlich habe ich mich dann doch von meiner Frau überreden lassen. Das war im Nachhinein die beste Entscheidung für unsere Beziehung. Alle meine Bedenken, die ich im Vorfeld hatte, wurden entkräftet! Die Treffen mit Frau Boettcher fühlten sich für mich nicht nach Therapie, sondern nach einem professionellen Coaching an! Wir konnten mit Hilfe von Frau Boettcher konstruktiv über Themen sprechen, über die wir schon lange nicht mehr sprechen konnten, ohne dass es zwischen meiner Frau und mir im Streit endete. Schon das erste Treffen mit Frau Boettcher hat uns in unserer Partnerschaft ein großes Stück weitergebracht! Jetzt, nach insgesamt 5 Treffen haben wir das Gefühl, dass sich unsere Beziehung wieder gefestigt hat. Vielen, vielen Dank dafür!
Raimo Stirner
19:35 07 Oct 17

Praxis für Paartherapie Diana Boettcher

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(Parkhaus in der Kulturbrauerei, Sredzkistr. 1)

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